Eine Zirkusvorführung über den Treibhauseffekt

75 Jugendliche aus zehn Nationen präsentieren in Hennef das Stück "Kurswechsel". Projekt mit Künstlern, Pädagogen und Artisten

Von Marie Schneider

In weiß- und silberglänzenden Tülltutus schwangen sich die 13-jährige Annika und ihre Freundin Fee über das Trapez, kletterten an den Seilen hoch und ließen sich wieder fallen. "Cool", hieß es aus dem Publikum, als der Applaus ertönte. 75 Kinder und Jugendliche präsentierten ein Zirkusstück über die Probleme und Folgen des Klimawandels unter dem Titel "Kurswechsel" . "Lassen Sie beim Kochen den Deckel auf dem Topf? Was ist der Treibhauseffekt?", fragten die Acht- bis 20-Jährigen gleich zu Beginn ihre Zuschauer. Auf ihrem sonst so ruhigen Wolkenschiff bekamen sie nach und nach die Folgen des Klimawandels auf der Erde zu spüren: Feinstaubpartikel wirbelten durch die Luft, die Besatzung musste Plastikmüll aus den Wolken angeln und hatte mit Stürmen zu kämpfen. Das alles verpackten die Kinder gemeinsam mit den pädagogischen Leitern in Tänze, Schauspieleinlagen und natürlich artistische Kunststücke. Auch Hundedressur bauten sie in ihr Stück ein.

Seit April arbeiteten die Jugendlichen aus zehn Nationen jeden Samstag an ihrer Zirkusvorführung. "Das ist das erste Projekt in dieser Dimension, das wir mit dem Verein MuTaThe organisieren. Ich bin sehr dankbar, dass die Zusammenarbeit so gut funktioniert hat", erläuterte Martin Herkt, Beigeordneter der Stadt Hennef und verantwortlich für die Bereiche Kinder, Jugend und Schule. Neben der städtischen Unterstützung förderte auch die "Aktion Mensch" das Projekt, an dem auch Kinder und Jugendliche mit Behinderungen teilnahmen. "Wir hatten ein kleines Casting am Anfang, um sowohl Kinder mit mehr Erfahrung als auch welche mit weniger Erfahrung zusammenzubringen. So können sie sich gegenseitig unterstützen und sich weiterentwickeln", erklärte Frank Dreesbach, Vorsitzender des Vereins MuTaThe ("Musik, Tanz, Theater") aus Bad Honnef. So halfen etwa die Größeren den Kleineren aufs Trapez oder trugen schwere Matten auf die Bühne.

"Mir hat es hier sehr viel Spaß gemacht, weil ich neue Freunde kennengelernt habe, auch ältere", sagte die achtjährige Evelyn. Nach den Aufführungen läuft das Projekt weiter. "Wir hoffen, insgesamt 150 Kinder mit einbinden zu können", so Dreesbach. Bis April 2019 wird es neue Workshops und Ausbildungen geben, bevor ein weiteres Stück präsentiert wird. "Ich will auch beim nächsten Projekt wieder mitmachen", sagte die neunjährige Evi.