Luftakrobatik und Dressur

von Marco Weber

Hennef. "Am Nordpol ist's zu warm, deshalb schlagen wir Alarm. Überall liegt unser Dreck, niemand räumt ihn selber weg. Es kippt die Welt, es röchelt die Natur. Der Warnton schrillt, die Erde muss zur Kur!" Diese eindringliche Warnung ist Teil des Müll-Raps, mit dem das inklusive Zirkusprojekt "Mutando" zum titelgebenden "Kurswechsel" animiert.

Anknüpfend an den "Cirque Nouveau" bringen die Kinder und Jugendlichen eine Geschichte über die Ursachen und Folgen des Klimawandels mit traditionellen Zirkuselementen auf die Bühne. Dabei haben sich 75 Teilnehmer im Alter von acht bis 20 Jahren mit theoretischen und praktischen Übungen auf die Suche nach Lösungsansätzen gemacht, wie die weltweite Erwärmung und Verschmutzung aufzuhalten wäre.

Unter der Federführung von "Mutathe" - der Vereinsname setzt sich zusammen aus den überschneidenden Kunstsparten Musik, Tanz und Theater - leitet Regine Held das integrative Zirkusprojekt, das es nach Aussage des Vorsitzenden des Vereins, Frank Dreesbach, in dieser Größe so noch nicht gegeben hat. Mit der Unterstützung der Stadt Hennef und den weiteren Förderern, zuvorderst der "Aktion Mensch", sei es deshalb möglich, unter professioneller Anleitung die Kinder und Jugendliche nicht nur an das komplexe Thema, sondern auch an künstlerische Ausdrucksformen jeglicher Art heranzuführen, so Dreesbach weiter. Dabei sei es gelungen, Teilnehmern aus unterschiedlichen Schulen des Rhein-Sieg-Kreises und aus den Kinderheimen ebenso wie Geflüchteten und Kindern mit Behinderung die Möglichkeit zu geben, an dieser Veranstaltung teilzunehmen.

Seit April dieses Jahres haben die angehenden Künstler wöchentlich jeweils in acht Gruppen die Vorstellung vorbereitet: von der Luftakrobatik bis zur Hundedressur. Trampolin, Tanz und Musik haben sich die Kinder beinahe alles selbst erarbeitet.

Die letzte Woche vor der Premiere ist nicht nur für die Kinder und Jugendlichen ein Marathon an Proben und letztem Schliff: "Durch das aufgebaute Zelt wird nun auch den Eltern bewusst, welche Größe und Professionalität diese Veranstaltung hat", berichtete Elke Grünig, Referentin des Vereins, vor der Generalprobe. Auf ein buntes, kreatives und thematisch reichhaltiges Programm rund um den Umgang mit der Umwelt können sich die Zuschauer freuen. Moderatoren in Trenchcoats, hippe Tanzmoves an Bambusstäben und gelenkige Akrobaten werden im Zirkusrampenlicht stehen. Das Zelt für die beiden Aufführungstermine ist an der Straße Am Kuckuck in Hennef aufgeschlagen. Für die Veranstaltung am Samstag, 1. September, um 19 Uhr sind noch einige Restkarten erhältlich. Die Vorstellung am Sonntag, 2. September, um 11 Uhr ist bereits ausverkauft. Die Veranstalter bitten darum, mögliche Anfragen zu Eintrittskarten nur noch per E-Mail zu stellen.